Cholera moribus

Mittwoch, 22. August 2007

Cholera moribus 2

2.

Na, was du nicht alles faselst, Herr Grübel,
du hast ihn nicht gelesen, den Erlaß.
Darin sagt Roms Vikar ganz ohne Spaß,
Cholera, das sei ein treffliches Übel,

daß der HErr sich ihrer völlig plausibel
bediene, sie uns schicke schier aus Haß,
denn Rom, ein Getto nun, der Frevel Faß
bodenlos und schwärzer noch als Stiebel.

Rom hat seine Pflicht verletzt, eben darum
nun kommt die Pest, als käm’ die Post gerast,
daß nur ja die Laien abkratzen ringsum.

Du faß’ dich lieber, noch eh’ du hurrahst,
wirst schon sehen, daß der Papst, ganz stikum,
den Leibdiener nur und den Wirt nicht schaßt.

4. August 1835

(dt. von mir)

>>> Cholera moribus 1

Dienstag, 14. August 2007

Cholera moribus 1

Giuseppe Gioachino BELLI

Cholera moribus
Konversation indisponierter gemeiner Leute im Wirtshaus und wiedererzählt in vierunddreißig Sonetten, und alle einwandfrei

1.

Na egal, ob Kollerdings, ob Cholera,
ich wette meinen Kopf für all mein Heu,
daß diese Seuche hier uns toi toi toi
nicht erreicht, zwar gibt es sie, doch hier? naja...

Habt ihr den Erlaß vernommen? Daß, wer da
der Jungfrau im August vertraut, sei scheu
im Kopf und dumm? Das heißt, bei meiner Treu,
nur die Einfaltspinsel haben’s schwererer.

In Nizza, sagt man, fegt sie alles fort.
Aber nur, weil diese Ommeletten
nicht wissen, wie man für das Leben sorgt.

Statt sich abzumüh’n mit Lazaretten:
Sie sollten sich den Arsch kasteien: dort!
Äschern könnten sie dann auch die Betten.

4. August 1835

(dt. von mir)

>>> Cholera moribus 2

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