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    <title>parallalie : Rubrik:Äpfelschuh&apos;</title>
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    <dc:publisher>parallalie</dc:publisher>
    <dc:creator>parallalie</dc:creator>
    <dc:date>2009-06-30T22:44:47Z</dc:date>
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    <title>parallalie</title>
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  <item rdf:about="http://parallalie.twoday.net/stories/3462495/">
    <title>Äpfelschuh&apos;</title>
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    <description>&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;ÄPFELSCHUH&apos; verhieß ich deinen Füßen&lt;br /&gt;
und das Mal davor botest du mir eine Birne an&lt;br /&gt;
ich sagte Nein&lt;br /&gt;
und dachte an Ribbeck&lt;br /&gt;
den Mädchenverführer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Kaffee dann lehnte ich mich&lt;br /&gt;
mit beiden Armen auf den Thresen&lt;br /&gt;
und schaute dich von der Seite an&lt;br /&gt;
wie wohl Verliebte tun&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nie auch wartete ich ungeduldiger auf Post&lt;/p&gt;

17.5.97&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&quot;Also ging der Held, in den Kreis schönlockiger Jungfraun / Sich zu mischen, so nackend er war; ihn spornte Not an. / Furchtbar erschien er den Mädchen, vom Schlamm des Meeres besudelt; / Hiehin und dorthin entflohn sie, und bargen sich hinter die Hügel. / Nur Nausikaa blieb.&quot;&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
Odyssee, Sechster Gesang &lt;br /&gt;


&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;IM SANDGESPINST hingebreitet&lt;br /&gt;
gestrandetes Traumgut&lt;br /&gt;
dein Ebenbild:&lt;br /&gt;
la femme-bâteau (ivre?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Nausikaa blieb...&lt;br /&gt;
und wünsch&apos; mich zu der Phäaken Eiland&lt;br /&gt;
meine Brust zu baden im Morgenrot&lt;br /&gt;
den Delphinen ein Freund&lt;br /&gt;
oder Freundin&lt;br /&gt;
(ich bin der und ich bin die)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tiefblau funkelt&lt;br /&gt;
doch stumm bleibt&lt;br /&gt;
das Gespinst&lt;br /&gt;
wie Gespinste wohl tun&lt;br /&gt;
...mag sein, daß sie wimmeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Connecting...&lt;br /&gt;
Checking host for mail...&lt;br /&gt;
0 (zero) news...&lt;/p&gt;

18.5.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;DAHINSPAZIEREN&lt;br /&gt;
einfach nur voneinander reden&lt;br /&gt;
(das mit- verkneif&apos; ich mir&lt;br /&gt;
und mein&apos; ich auch gar nicht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Scheiden dann versuch&apos; ich&lt;br /&gt;
mein Gesicht&lt;br /&gt;
so weit zu öffnen&lt;br /&gt;
daß all mein Ich heraustritt&lt;br /&gt;
verletzbar&lt;br /&gt;
bloß&lt;br /&gt;
und ungefälscht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spieglein, Spieglein an der Wand&lt;br /&gt;
wer ist der Schönste im ganzen Land&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Spiegel wohl tun&lt;br /&gt;
kam als Antwort&lt;br /&gt;
mein Ich mir entgegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drop me a line!&lt;/p&gt;

19.5.97&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Ich soll Dich anseh&apos;n,&lt;br /&gt;
Immerzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Else Lasker-Schüler &lt;/small&gt;

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;ICH WILL&quot;, so las ich fortwährend&lt;br /&gt;
ohne es zu merken zunächst&lt;br /&gt;
und daß wir uns heute sahen&lt;br /&gt;
so rein zufällig wie nie&lt;br /&gt;
war wie ein Feuerwerk&lt;br /&gt;
so schnell ging&apos;s vorüber&lt;br /&gt;
und nachher blieb so eine leere Stelle&lt;br /&gt;
ich weiß nicht wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und doch:&lt;br /&gt;
es ist als erlebt&apos; ich eine Renaissance&lt;br /&gt;
die Du mir beschert&lt;br /&gt;
und niemand sonst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tage fliegen hin&lt;br /&gt;
wie Tage wohl tun&lt;br /&gt;
aber der Gedanken Lerchengesang&lt;br /&gt;
erhebt sich himmelweit&lt;br /&gt;
in nimmersatte Sphären&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und doch: nichts ist wie sonst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Only the mail is: none!&lt;/p&gt;

20.5.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;DU REDEST manchmal so schnell&lt;br /&gt;
als wärst du selbst ein Feuerwerk&lt;br /&gt;
und springst von Gedanken zu Gedanken&lt;br /&gt;
und ich weiß kaum wie mir wird&lt;br /&gt;
und frag&apos; dann blöd:&lt;br /&gt;
Bitte... wie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein fremder Duft umgab dich heut&apos;&lt;br /&gt;
grad so&lt;br /&gt;
wie Frau&apos;n wohl tun&lt;br /&gt;
die man grad&apos; aufgeputzt&lt;br /&gt;
(&quot;auch du schnipp-schnapp?&quot;)&lt;br /&gt;
und ich fand dich kaum wieder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch sagtest du Dinge&lt;br /&gt;
die hätt&apos; ich selber sagen können&lt;br /&gt;
so gleichgestimmt meiner Seele&lt;br /&gt;
find&apos; ich dich&lt;br /&gt;
und bin perplex&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heut&apos; las ich Post: aber nicht von dir&lt;/p&gt;

21.5.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;DEINEM NAMENSTAG heute&lt;br /&gt;
bracht&apos; ich Wunder dar&lt;br /&gt;
nicht aber faßte ich mir ein Herz&lt;br /&gt;
mich selber Dir zu präsentieren&lt;br /&gt;
denn du warst gerade nicht da&lt;br /&gt;
wohl hört&apos; ich deine Stimme&lt;br /&gt;
aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Eindringling&lt;br /&gt;
schlich ich davon&lt;br /&gt;
getrieben&lt;br /&gt;
von unsäglich archaischen Ängsten&lt;br /&gt;
- keiner weiß wie mir ist -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kalt und herzausreißend folgte dann&lt;br /&gt;
mir der finstere Schatten&lt;br /&gt;
meiner Dunkelgedanken&lt;br /&gt;
und wie Schatten wohl tun:&lt;br /&gt;
er ließ mich nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Flügeln des Pegasus heraus fiel indes nichts&lt;/p&gt;

22.5.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;HEUT&apos; KAMST DU mir auf der Salaria entgegen&lt;br /&gt;
und fast war&apos;s mir peinlich&lt;br /&gt;
- wie das? -&lt;br /&gt;
vielleicht weil ich wieder Angst hatte&lt;br /&gt;
vor unfreiwilligem Unbehagen&lt;br /&gt;
deinerseits&lt;br /&gt;
(jetzt rufst du hoffentlich: Quatsch!) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausreden möcht&apos; ich mir das alles&lt;br /&gt;
aber wir schleckten doch Eis nebeneinander:&lt;br /&gt;
ich zwar ungeschickt:&lt;br /&gt;
es tropfte mir in die Hand&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch meine Worte wurden klebrig und ungeschickt&lt;br /&gt;
wie meine Worte häufig wohl tun&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später dann sah ich an Bildern mich satt&lt;br /&gt;
Beinüberschlagen hingefläzt vor der Leinwand&lt;br /&gt;
&quot;che la forza sia con te&quot;&lt;br /&gt;
Prinzessin!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und immer wieder: Check your POP3 host for new mail...&lt;/p&gt; 

23.5.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;FAST KÜHL bis ans Herz hinan&lt;br /&gt;
komm&apos; ich mir vor - heut&apos;:&lt;br /&gt;
das Gedankenschiff&lt;br /&gt;
ein riesiges Theater&lt;br /&gt;
auf dem ich dich mit mir rezitieren lasse&lt;br /&gt;
rundum blaut horizontenweit&lt;br /&gt;
die Wirklichkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein kettendes Wir&lt;br /&gt;
kein scheinbar rettender Du-und-ich-Hafen&lt;br /&gt;
das sonst aufbrausende Seelenmeer&lt;br /&gt;
heut&apos; liegt es mattfunkelnd flach &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie Stürme wohl tun&lt;br /&gt;
so folgen sie Zeiten der Ruhe&lt;br /&gt;
die dennoch aus manchen Gründen&lt;br /&gt;
unbehaglich an der Seele kleben&lt;br /&gt;
wie das Eis von gestern an den Händen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
How would it be: a message from you?&lt;/p&gt; 

24.5.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;NUN SCHAUT SIE da herab von der Wand&lt;br /&gt;
ins Leere&lt;br /&gt;
die bräutliche&lt;br /&gt;
Prinzessin aus Wuppertal&lt;br /&gt;
(oder Elberfeld?)&lt;br /&gt;
einen Kranz in den Haaren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Mein Herz&quot;&lt;br /&gt;
wer weiß, wo du&apos;s hingelegt&lt;br /&gt;
nie sprachst du weiter davon -&lt;br /&gt;
Hab&apos; ich&apos;s also getroffen&lt;br /&gt;
das Deine? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweifel plagen&lt;br /&gt;
wie Zweifel wohl tun&lt;br /&gt;
Fragezeichen sind ihnen Zierrat und Essenz&lt;br /&gt;
Wie schmückt ich mich gern mit&lt;br /&gt;
einfachen Punkten und Kommas&lt;br /&gt;
und Bindestrichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ging doch gleich das Lied? Kommt ein Vogel geflogen...&lt;/p&gt; 

25.5.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;HÄTT&apos; ICH NUR diese Sorge&lt;br /&gt;
täglich ungereimt deiner zu gedenken&lt;br /&gt;
gern wollt&apos; ich dareinwilligen&lt;br /&gt;
der Rest: das hieße dann (und heißt)&lt;br /&gt;
deine Welt mir zu bebildern mit dem&lt;br /&gt;
was schon gesagt geschrieben und ergo gewesen&lt;br /&gt;
in den luftigen Auen&lt;br /&gt;
meiner aus Worten bestehenden Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grünverbrämt die Augen erschienst du mir heute&lt;br /&gt;
und nach den Delphinen fragt&apos;ich dich&lt;br /&gt;
nicht umsonst&lt;br /&gt;
allein:&lt;br /&gt;
unsere Welten berühren sich nur hier und dort&lt;br /&gt;
(mit Mühe nur vermag ich meine Welt&lt;br /&gt;
der deinen hinzubiegen) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spiegel - und auch das tun sie wohl -&lt;br /&gt;
reflektieren&lt;br /&gt;
sind das Echo der Augen&lt;br /&gt;
und ich bin ein Spiegel&lt;br /&gt;
wenn ich als Vorwand mit dir spazierend zu plaudern&lt;br /&gt;
den &quot;Spiegel&quot; kaufen geh&apos; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vöglein oder Pegasus, sie flogen wohl woanders hin...&lt;/p&gt;

26.5.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;FAST GLAUBT&apos; ICH dich zu seh&apos;n heut&apos;&lt;br /&gt;
doch nur von hinten&lt;br /&gt;
ich weiß nicht, ob du&apos;s warst&lt;br /&gt;
zwei Frauen redeten auf dein vermeintliches Ebenbild ein&lt;br /&gt;
so also seh&apos; ich schon Gespenster&lt;br /&gt;
und fürcht&apos; mich vor mir selber - und vor dir &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo sind die von den Lippen&lt;br /&gt;
dem Herzen abgepflückten Rosen?&lt;br /&gt;
Wo der Tau&lt;br /&gt;
der meinem Herzen aus deinen Blicken&lt;br /&gt;
Labsal schuf? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach, von Küssen träum&apos;ich wohl&lt;br /&gt;
so wie du zuweilen mädchenhaft dich darauf kaprizierst&lt;br /&gt;
und deine Worte sind Kapriolen&lt;br /&gt;
die mir das Herzblut in die Wangen treiben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie Küsse wohl tun&lt;br /&gt;
sie hängen wie rote Kirschen&lt;br /&gt;
reif vom Baume herab&lt;br /&gt;
Stare bedienen sich ihrer&lt;br /&gt;
und wenn die Zeit gekommen&lt;br /&gt;
bleibt kaum eine übrig &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Postman never rings&lt;/p&gt; 

27.5.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;WIE FALTER umflattern deine Augen&lt;br /&gt;
meine Herzblume&lt;br /&gt;
in denen deine Worte&lt;br /&gt;
nach Nektar suchen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich umsumme&lt;br /&gt;
blickeheischend&lt;br /&gt;
dein Lächeln &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mag es&lt;br /&gt;
wenn das Leben so in unseren Worten pulst&lt;br /&gt;
so leicht, fast wie ein Scherz&lt;br /&gt;
... wenn Scherze&lt;br /&gt;
(wie Scherze wohl tun)&lt;br /&gt;
nicht so verwurzelt wären&lt;br /&gt;
im Ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch lieber ein scherzhafter Ernst&lt;br /&gt;
als ein todernster Scherz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du wolltest mir doch mal Herzchen schicken...&lt;/p&gt; 

28.5.97&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Grenzt nicht mein Herz an deins -&lt;br /&gt;
(Else Lasker-Schüler)&lt;/small&gt;

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;VOR MEINEM HERZEN gaukeln&lt;br /&gt;
deine Worte&lt;br /&gt;
die ich bewahrt&lt;br /&gt;
deine Blicke&lt;br /&gt;
die ich in mich gesogen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So voll bin ich deiner&lt;br /&gt;
und doch nimmer satt&lt;br /&gt;
ein Wort nur vermag mir&lt;br /&gt;
den Tag zu versüßen&lt;br /&gt;
ein Nichtwort nur&lt;br /&gt;
stürzt höllentief mich hinab &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Spiel:&lt;br /&gt;
und wie Spiele wohl tun&lt;br /&gt;
sie sind nicht verbindlich&lt;br /&gt;
ach&lt;br /&gt;
laß uns fürs erste fortfahren zu spielen&lt;br /&gt;
wie ein Junge&lt;br /&gt;
so komm&apos; ich mir vor &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Downloading 1 new message... not from you...&lt;/p&gt; 

29.5.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;WIE WEIT die Straßen und Plätze heute waren!&lt;br /&gt;
Weithin ließ ich meinen Blick schweifen&lt;br /&gt;
meine Augen waren wie Fernscheinwerfer&lt;br /&gt;
alles sahen sie&lt;br /&gt;
nur dich nicht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da fraß ich mich in mich hinein&lt;br /&gt;
Stück um Stück kam ich um mich selbst&lt;br /&gt;
übrigblieb am Schluß&lt;br /&gt;
nur mein unverdaulicher Schatten&lt;br /&gt;
schwer lag er mir auf der Brust &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Schatten&lt;br /&gt;
wie Schatten wohl tun&lt;br /&gt;
sind hartnäckig&lt;br /&gt;
sie bleiben einem auf den Fersen&lt;br /&gt;
und lassen dich nicht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Bilder aber malt&apos; ich heut&apos;&lt;br /&gt;
von dir in die Luft hinein &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein schriftlicher Blick nur von dir...&lt;/p&gt; 

30.5.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;MEERSONNEWINDREGEN&lt;br /&gt;
kühl fächelte Wind auf nackter Haut&lt;br /&gt;
Beine, die aus tieferen Kälten&lt;br /&gt;
zur wämeren Oberfläche&lt;br /&gt;
sich hinaufpaddeln -&lt;br /&gt;
mich dann freiküssend&lt;br /&gt;
mußt&apos; ich wieder an Delphine denken&lt;br /&gt;
hielt nach Segelbooten Ausschau&lt;br /&gt;
ließ schwarzen Sand durch meine Finger rinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder die Majestät eines Pferdekopfes&lt;br /&gt;
bewundernd strich zart meine Hand&lt;br /&gt;
über dessen Hals&lt;br /&gt;
...ach, an Bildern sich satt trinken &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so steht dann eins fürs andere&lt;br /&gt;
wird Zeichen&lt;br /&gt;
wie eben Zeichen wohl tun &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwärmerey und Wunder! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Backst du wieder anstatt mir zu schreiben?&lt;/p&gt; 

1.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;FERN UND WEIT:&lt;br /&gt;
über dein Herz hattest du heute&lt;br /&gt;
eine Tarnkappe gestülpt&lt;br /&gt;
ich fand es nicht&lt;br /&gt;
deine Worte verbargst du&lt;br /&gt;
unter einem Stachelkleid&lt;br /&gt;
und nur einmal&lt;br /&gt;
traf mein Blick den deinen&lt;br /&gt;
unheimlich&lt;br /&gt;
ward&apos;s mir heute dir gegenüber zumut&apos; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Eile sprachst du&lt;br /&gt;
und wie Eile wohl tut&lt;br /&gt;
sie erlaubt kein Verweilen&lt;br /&gt;
so ging denn jeder für sich&lt;br /&gt;
befreit-beklemmt&lt;br /&gt;
zumindest ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der mailer mailt mir mancherlei - kein deinerlei&lt;/p&gt; 

2.6.97
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;STERNE&lt;br /&gt;
ja - an den Anfang will ich Sterne setzen&lt;br /&gt;
so viele&lt;br /&gt;
daß niemand weiß&lt;br /&gt;
noch wissen kann&lt;br /&gt;
was darin geschrieben steht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichts&lt;br /&gt;
weiß ich heut&apos;&lt;br /&gt;
als daß im Nichts ich versinke&lt;br /&gt;
und bodenlos&lt;br /&gt;
- down down down -&lt;br /&gt;
zerrinnt mein Herz&lt;br /&gt;
im Ungreifbaren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wohltun soll&apos;s&lt;br /&gt;
und tut doch weh &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nimmer glaub&apos; ich, daß...&lt;/p&gt; 

3.6.97&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tu parli di niente.&lt;br /&gt;
Romeo e Giulietta

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;ICH DÜRSTE nach Bildern&lt;br /&gt;
- vermag mich kaum sattzusehen -&lt;br /&gt;
und so laß ich sie anrennen&lt;br /&gt;
gegen den Deich meines Seelensaums&lt;br /&gt;
bis daß er bricht&lt;br /&gt;
und einstürmt die Flut&lt;br /&gt;
und mag nimmer verfließen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hämmert und pocht&lt;br /&gt;
gebiert Bildmetastasen&lt;br /&gt;
und die Haut wird zu eng&lt;br /&gt;
und die Seele zum Vogel im Käfig&lt;br /&gt;
der singt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Schirm spannte ich heute auf&lt;br /&gt;
und ließ mir die Haare naßregnen&lt;br /&gt;
willkommen auch der Wind&lt;br /&gt;
der an mir zauste&lt;br /&gt;
so hingerissen so hergerissen&lt;br /&gt;
fand ich mein Ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in immergleicher Erwartung...&lt;/p&gt;

5.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;ICH SPRACH so viel zu dir&lt;br /&gt;
heute abend&lt;br /&gt;
und lebte wieder in Bildern:&lt;br /&gt;
wangenkosend gleitende Hände&lt;br /&gt;
zum Ü hin gespitzte Lippen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja!&lt;br /&gt;
Küssen will ich Deine Lippen&lt;br /&gt;
hingebungsvoll&lt;br /&gt;
denn im Küssen liegt mehr&lt;br /&gt;
als alles andere&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wär&apos;s zum Abschied&lt;br /&gt;
ich lebte drum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn Du begreifst mich&lt;br /&gt;
wie ich dich begreife&lt;br /&gt;
- ach spiel du mit mir &lt;br /&gt;
wie einst&lt;br /&gt;
im Alter der Unschuld&lt;br /&gt;
die Wal- und die Gertraud&lt;br /&gt;
(Heimweh - Nostalgie&lt;br /&gt;
nenn&apos;s wie Du willst)&lt;br /&gt;
I&apos;m home-sick&lt;br /&gt;
that&apos;s all &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... single-user mode...&lt;/p&gt; 

6.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;WEIT HINTEN löst Dunst&lt;br /&gt;
die Konturen des Fucino&lt;br /&gt;
auf in ein milchiges Nichts&lt;br /&gt;
unter einem Kirschbaum&lt;br /&gt;
(des Früchte noch blaß)&lt;br /&gt;
auf einem Steine hoch droben&lt;br /&gt;
wollt&apos; ich mich deiner vergewissern&lt;br /&gt;
und seh&apos; dich selber&lt;br /&gt;
wie die hingehauchten Silhouetten&lt;br /&gt;
der Berge dort hinten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bäume Gesellschaft&lt;br /&gt;
raunt leise im Wind&lt;br /&gt;
doch vermag ich mein&lt;br /&gt;
Kirschbaumorakel&lt;br /&gt;
nicht zu entziffern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Früchte&lt;br /&gt;
sind noch nicht reif&lt;br /&gt;
und die wenigen roten&lt;br /&gt;
hängen weit oben&lt;br /&gt;
den Vögeln zur Speis&lt;/p&gt; 

Paterno, 8.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;WIE LASTET ZUWEILEN schwer ein Abend&lt;br /&gt;
auf dem Herzen&lt;br /&gt;
als wollte all die Schwärze&lt;br /&gt;
mich ausfüllen&lt;br /&gt;
die sich herabsenkt&lt;br /&gt;
auf die Welt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch die Äste meines Seelenbaums&lt;br /&gt;
ziehen sich zusammen&lt;br /&gt;
und schnellen zypressengleich&lt;br /&gt;
in die finstere Nacht hinein&lt;br /&gt;
statt weitausladend&lt;br /&gt;
laubraschelnd&lt;br /&gt;
dich zu grüßen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
no news from you&lt;/p&gt; 

Rom, 8.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;SO SACHLICH waren wir heut&apos;&lt;br /&gt;
mir kam fast das Fürchten&lt;br /&gt;
(zum Glück war das Lächeln dir nicht ausgegangen&lt;br /&gt;
und sowas erleichtert&lt;br /&gt;
uuungemein)&lt;br /&gt;
jaja:&lt;br /&gt;
the importance of being E(a)rnest&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glücklich war ich aber doch&lt;br /&gt;
als ich einen Kaffee spendieren durfte&lt;br /&gt;
und du mir davon sprachst&lt;br /&gt;
einen Japanisch-Kurs&lt;br /&gt;
mit mir&lt;br /&gt;
zu besuchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So immerfort möcht&apos; es wohl gehen&lt;br /&gt;
so halb unter Kontrolle&lt;br /&gt;
und doch immer diese kleinen Signale &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
niemand nirgends nichts nie&lt;/p&gt; 

9.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;HEUT&apos; SUCHEN mich die Toten heim&lt;br /&gt;
die wirklichen&lt;br /&gt;
aus meinem Dorf da oben im Norden&lt;br /&gt;
viele sind&apos;s&lt;br /&gt;
und jedesmal wenn einer&lt;br /&gt;
sich ins Jenseits davonmacht&lt;br /&gt;
- blue tunnel into the afterlife -&lt;br /&gt;
ist&apos;s als risse ein Faden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und also senkt schwarz der Abend sich wieder&lt;br /&gt;
mehr, als daß ich dich morgen&lt;br /&gt;
sehen-sprechen-anschau&apos;n darf-kann-muß&lt;br /&gt;
und will und möchte&lt;br /&gt;
weiß ich nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
F1 for help&lt;/p&gt;

10.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;LÄRMEND DURCHFLUTET von Sonne&lt;br /&gt;
die Tage&lt;br /&gt;
die Seele zerrinnt im Schweiße&lt;br /&gt;
ihres Angesichts&lt;br /&gt;
erhebt sich an deines Blickes Schwelle&lt;br /&gt;
gerinnt zu Tropfstein&lt;br /&gt;
in der Höhle&lt;br /&gt;
meiner Wünsche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kommt wieder die Traurigkeit&lt;br /&gt;
lähmend&lt;br /&gt;
schmachtverheißend&lt;br /&gt;
unsäglich ungeheuer unermeßlich&lt;br /&gt;
und der Seele Schweiß&lt;br /&gt;
tritt mir aus den Augen&lt;br /&gt;
salzig schmeckt er auf der Zunge&lt;br /&gt;
die ihn sich von den Lippen leckt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus Gewohnheit nurmehr schau&apos; ich nach&lt;/p&gt; 

12.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;AUCH DICH sah ich gestern&lt;br /&gt;
niedergebeugt:&lt;br /&gt;
hast du dieselbe Krankheit?&lt;br /&gt;
Denn auch du&lt;br /&gt;
fährst hoch hinauf zu den Sternen,&lt;br /&gt;
um dann tief zu sinken&lt;br /&gt;
in wer weiß was für Verließe &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mich quälte heute dieses Bild&lt;br /&gt;
mein Herz schnürte es ein&lt;br /&gt;
denn ich sah in dir mein Spiegelbild&lt;br /&gt;
und fass&apos; es nicht, und fass&apos; es nicht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mich quält&lt;br /&gt;
wie wir da sitzen&lt;br /&gt;
die Zeit ausfüllen&lt;br /&gt;
als wäre nichts &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das wollte ich:&lt;br /&gt;
mich ganz ausschütten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dove siete, messaggeri?&lt;/p&gt;

12.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;EIN MOND, EIN TRABANT, ein Sputnik&lt;br /&gt;
dreh&apos; ich mich um die Erde zwar&lt;br /&gt;
doch nur Eine Sonne&lt;br /&gt;
vermag mein Antlitz zum Leuchten zu bringen&lt;br /&gt;
so bin ich mal ganz - mal gar nicht&lt;br /&gt;
der Erde zugewandt&lt;br /&gt;
tauche lunatisch ins Licht&lt;br /&gt;
verfinst&apos;re mich&lt;br /&gt;
- mare tranquillitatis&lt;br /&gt;
mare crisium - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Häwelmann gleich&lt;br /&gt;
wollt&apos; ich ungebunden und mit geschwollenen Segeln&lt;br /&gt;
dein Himmelszelt durchmessen&lt;br /&gt;
der Sonn&apos; entgegen&lt;br /&gt;
und mehr! und mehr! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So aber halt&apos; ich Zwiesprach nur&lt;br /&gt;
mit meinem Abbild&lt;br /&gt;
im Spiegel an der Wand&lt;br /&gt;
und bild&apos; mir ein&lt;br /&gt;
Du wärst&apos;s &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
uncountable the words you haven&apos;t sent&lt;/p&gt; 

14.6.97&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;und ja ich sagte ja ich will Ja&lt;br /&gt;
James Joyce, Ulysses&lt;/small&gt;

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;ERWARTUNGSVOLL&lt;br /&gt;
blicke ich unruhig auf die Uhr&lt;br /&gt;
das Herz zieht sich zusammen&lt;br /&gt;
noch fünf Milliarden Sekunden&lt;br /&gt;
es werden&lt;br /&gt;
- paradoxerweise -&lt;br /&gt;
immer mehr &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wäre ich&lt;br /&gt;
ohne Deine Blicke&lt;br /&gt;
die mich durchdringen&lt;br /&gt;
als wolltest Du mich&lt;br /&gt;
erkunden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oh, wahre Zuneigung&lt;br /&gt;
ist wie ein abstoßender Magnet&lt;br /&gt;
gebiert Ängste&lt;br /&gt;
um das so zerbrechliche Gut&lt;br /&gt;
und die Hand wiegt schwer&lt;br /&gt;
an mir herab &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenigstens das Echo hallt weither deine Worte&lt;/p&gt; 

16.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;EINE FÜNFMILLIARDSTEL SEKUNDE&lt;br /&gt;
so lange dauerte es&lt;br /&gt;
und schon hob die Hand ich zum Gruß&lt;br /&gt;
- ein Blitz bleibt länger am Himmel - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine flüchtige Erscheinung nur&lt;br /&gt;
ein Vorüberhuschen&lt;br /&gt;
bist Du&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was bleibt ist ein bunter Schleier&lt;br /&gt;
aus umstrickenden Worten&lt;br /&gt;
aus vermeintlicher Nähe&lt;br /&gt;
die sogleich&lt;br /&gt;
in Antipodenferne sich wandelt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich fürchte fast&lt;br /&gt;
dies sei das Fatum&lt;br /&gt;
das die Musen&lt;br /&gt;
den Dichtern&lt;br /&gt;
(hoho!)&lt;br /&gt;
bescheren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ob Gedanken wohl im Äther sich fortpflanzen?&lt;/p&gt;

16.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;ICH WOLLT&apos;&lt;br /&gt;
ich wäre ein Nichts&lt;br /&gt;
statt mit Seelenlumpen geflickt&lt;br /&gt;
im Dasein zu hausen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollt&apos;&lt;br /&gt;
es wäre immer&lt;br /&gt;
kohlrabenschwarze Nacht&lt;br /&gt;
um mein Herz&lt;br /&gt;
das im Lichte besehen&lt;br /&gt;
voller Schwären, Schwielen und Narben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollt&apos;&lt;br /&gt;
du wärest nur so eine Idee&lt;br /&gt;
eine Ausgeburt der Phantasie&lt;br /&gt;
ein Schemen, ein Bild&lt;br /&gt;
über das sich rasch&lt;br /&gt;
andere gaukeln&lt;br /&gt;
- austauschbar - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Heuchler bin ich obendrein &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Äther die Sphären schweigen&lt;/p&gt; 

17.6.97&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;A tuo modo faremo, ché di piacerti mi sarà sempre agio.&lt;br /&gt;
Morgante 6,64&lt;/small&gt;

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;Das Herz taumelt mir in der Brust&lt;br /&gt;
mein Gehirn macht kling-klang&lt;br /&gt;
und alle Glocken läuten&lt;br /&gt;
Hallelujah &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Himmel so herabzuschweben&lt;br /&gt;
das vermagst nur&lt;br /&gt;
Du&lt;br /&gt;
in Deiner Unbeschwertheit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach komm&lt;br /&gt;
laß uns wirklich machen&lt;br /&gt;
was Du&lt;br /&gt;
so leichthin - scheint&apos;s -&lt;br /&gt;
mir vorgeschlagen:&lt;br /&gt;
gemeinsam auf Reisen&lt;br /&gt;
bei mir zu Haus&apos; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Äther die Sphären jubeln&lt;/p&gt; 

18.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;LICHTERLOH brennt alles in mir&lt;br /&gt;
Deine Stimme goß Öl darauf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Herz gleicht einem Praliné&lt;br /&gt;
Du fülltest Honig hinein &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie aufgeregt flattert die Seele&lt;br /&gt;
im Sturmwind Deiner Augen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach, was klammere ich mich&lt;br /&gt;
an Zeichen!&lt;br /&gt;
Bereits der Vögel Zwitschern&lt;br /&gt;
morgens um fünf&lt;br /&gt;
will Zeichen sein!&lt;br /&gt;
Will mir von Dir&lt;br /&gt;
vorsingen&lt;br /&gt;
im Morgenrot! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
e connettiamoci...&lt;/p&gt;

19.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;WIEDER BIN ICH ausgeflogen&lt;br /&gt;
das Weite zu suchen&lt;br /&gt;
unter Buchen am Berg&lt;br /&gt;
hoch über Tälern&lt;br /&gt;
sanfthin schweifend der Blick &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Rückkehr vom sukkulenten Mahl&lt;br /&gt;
blies Rauch ich hinauf zum Mond&lt;br /&gt;
und ein Wiederseh&apos;n gab&apos;s:&lt;br /&gt;
der Große Wagen stand groß und still&lt;br /&gt;
über dem Rauschen verzückt&lt;br /&gt;
im Winde sich zwirbelnder Blätter&lt;br /&gt;
später dann vermählte ich mich&lt;br /&gt;
mit dem Mond meiner Tage &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über der Alten Stadt hingegen&lt;br /&gt;
mit ihrem Tuffsteinpostament&lt;br /&gt;
Deinem Refugium&lt;br /&gt;
erstand wieder Dein Bild vor mir&lt;br /&gt;
als wir kehrenentlang&lt;br /&gt;
hinabglitten zur Autobahn &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an empty mail-box: I didn&apos;t expect anything else&lt;/p&gt; 

22./23.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;DEINE SONNE verfinstert mein Haus&lt;br /&gt;
weil ich von Dir sprach&lt;br /&gt;
oh, hätt&apos; ich doch geschwiegen&lt;br /&gt;
wieviel glücklicher&lt;br /&gt;
könnt&apos; ich allein in meinem Elend&lt;br /&gt;
fortleben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So aber warf ich alles dahin&lt;br /&gt;
nichts bleibt&lt;br /&gt;
als so ein paar Tage&lt;br /&gt;
Leben-Leben&lt;br /&gt;
im Tod-Leben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Herz ist schwer wie Blei&lt;br /&gt;
und will sinken&lt;br /&gt;
lotrecht hinab&lt;br /&gt;
ins tief-tiefe Meer&lt;br /&gt;
den Fischen zum Fraß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fare well...&lt;/p&gt; 

23.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;GRAD SO wie ich heute&lt;br /&gt;
unachtsam&lt;br /&gt;
das Auto gegen den Bordstein gesteuert&lt;br /&gt;
so daß der Reifen vorn rechts&lt;br /&gt;
platt darniederlag&lt;br /&gt;
und ich mir die Hände besudelte&lt;br /&gt;
das Hemd vollschwitzte&lt;br /&gt;
Peinlichkeiten erlitt&lt;br /&gt;
ihn zu wechseln &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grad so kommt mir&lt;br /&gt;
mein gestriges Ausplaudern vor&lt;br /&gt;
so unnötig&lt;br /&gt;
so unzeitgemäß&lt;br /&gt;
so ganz aus der Welt hinaus geschleudert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oh DU&lt;br /&gt;
dabei weiß ich nicht einmal&lt;br /&gt;
wie sehr Du mir Freundin bist&lt;br /&gt;
oder was auch immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
all your messages are mine...&lt;/p&gt; 

24.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;FANGARMIGE WORT-UNGEHEUER&lt;br /&gt;
pechschwarz&lt;br /&gt;
sticken mein Herz&lt;br /&gt;
hinunterzuwürgen&lt;br /&gt;
mit Haut und Haar&lt;br /&gt;
Mich&lt;br /&gt;
und Dich dazu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, Schmerzen hab&apos;ich ihr&lt;br /&gt;
bereitet&lt;br /&gt;
meinem Tag-Mond&lt;br /&gt;
dessen Nachtseite&lt;br /&gt;
so finster wie nie&lt;br /&gt;
als stummer Trabant&lt;br /&gt;
mich begleitet &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer ist hereingebrochen&lt;br /&gt;
Dein Schatten kühlt&lt;br /&gt;
mein brennendes Haupt&lt;br /&gt;
und doch bist Du die Sonne&lt;br /&gt;
die den Schatten gebiert&lt;br /&gt;
aber das ist ein anderes Gedicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
silence is golden - that&apos;s true...&lt;/p&gt; 

25.6.97&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Lei era triste ma sempre piacevole.&lt;br /&gt;
Tom Robbins, Uno zoo lungo la strada&lt;/small&gt;

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;VERKATERT&lt;br /&gt;
umschlich ich heut&apos; mißtrauisch den Tag&lt;br /&gt;
der keiner werden wollte&lt;br /&gt;
ich suchte Dich&lt;br /&gt;
aber Herzblut verklebte mir die Augen&lt;br /&gt;
drum ward auch Dein Bild&lt;br /&gt;
nur trauriger Abklatsch&lt;br /&gt;
meiner selbst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laß mich trotzdem versuchen zu singen:&lt;br /&gt;
was sonst bleibt einem Vogel&lt;br /&gt;
im Käfig&lt;br /&gt;
des Tag-Monds?&lt;br /&gt;
Lerchengesang?&lt;br /&gt;
(muß i denn, muß i denn)&lt;br /&gt;
Freilich! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geh nicht zu weit weg von mir&lt;br /&gt;
Deine Nähe tut mir gut&lt;br /&gt;
trotz allem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Deine Briefe werden immer dicker...&lt;/p&gt; 

26.6.97

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;OH WIE ZEHRT an mir&lt;br /&gt;
des Tag-Monds stummer Schein&lt;br /&gt;
so blaß&lt;br /&gt;
so eindringlich&lt;br /&gt;
so sterbesatt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sonne wollt&apos; ich mich verschreiben&lt;br /&gt;
doch brennt auch sie&lt;br /&gt;
und sengt und zehrt&lt;br /&gt;
und treibt aus allen Poren&lt;br /&gt;
mir den Schweiß&lt;br /&gt;
der Liebesmüh&lt;br /&gt;
- verlorne gar? - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein Bild soll mir nicht genommen werden&lt;br /&gt;
wohlverwahrt atmet es&lt;br /&gt;
in der roten Kammer&lt;br /&gt;
unterm Brustbein &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Hauch nur...&lt;/p&gt; 

27.6.97&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Era una luna gelida la cui luce faceva sì che&lt;br /&gt;
gli innamorati rabbrividissero e cambiassero idea.&lt;br /&gt;
Tom Robbins, Uno zoo lungo la strada&lt;/small&gt;

&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;STERBEN WOLLT&apos; ICH&lt;br /&gt;
und vergiftete meinen Körper&lt;br /&gt;
noch waren weder Gift noch Wille&lt;br /&gt;
stark genug&lt;br /&gt;
also lebe ich noch&lt;br /&gt;
und habe um so mehr Angst&lt;br /&gt;
Dich zu sehen&lt;br /&gt;
zu sprechen zu hören &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
oder ist es Angst&lt;br /&gt;
vor dem Tag-Mond&lt;br /&gt;
den ich mehr alles andere fürchte? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
oder ist es Angst&lt;br /&gt;
vor mir selber?&lt;br /&gt;
Denn das meinte ich doch:&lt;br /&gt;
Ich-sein&lt;br /&gt;
in Deinem Spiegel... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nein, nicht Schweigen...&lt;/p&gt; 

1.7.97</description>
    <dc:creator>parallalie</dc:creator>
    <dc:subject>Äpfelschuh&apos;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 parallalie</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-21T17:06:00Z</dc:date>
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